unverpackt Lieferdienst

unverpackt Lieferdienst

Problemstellung

Plastik geht uns alle an. Wir kaufen Unmengen an Lebensmitteln, die durch Plastikverpackungen geschützt werden. Sie halten unser Essen länger frisch und machen es transportabler.
Aber diese Faulheit ist uns zum Verhängnis geworden, denn die Auswirkungen des Plastikkonsums sind immens und von globaler Bedeutung. Die Tiere unserer Weltmeere sterben durch plastikverseuchte Mägen, Salz enthält Mikroplastik und auf den Meeren bilden sich ganze Müllinseln.

Die Bekämpfung der (Plastik-)Verpackungen haben sich unter anderem sogenannte Unverpackt-Läden zur Aufgabe gemacht. In diesen Supermärkten ist Plastik verboten. Lebensmittel können stattdessen aus Schütten entnommen werden, die dann in Stofftüten oder in vom Kunden mitgebrachten Behältnissen abgefüllt werden. Flüssige Produkte werden in Glasflaschen und normale Artikel in wiederverwendbare Taschen umgefüllt. Quasi »back to the roots« – bevor es Plastiktüten in Discountern umsonst gab.

© unverpackt Mainz


User, Kontext, Konzept

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Unverpackt Läden durch Interaktionsgestaltung bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Wir haben uns auf den Weg zu diversen Läden begeben, haben die Pains & Gains der Kunden und Ladenbetreiber ausfindig gemacht und Problemfelder analysiert.
Letztlich sind wir bei den potentiellen bzw. Nicht-Kunden gelandet. Denn sie sind es, denen das plastikfreie Konzept näher gebracht werden muss, um das Müllproblem überhaupt bewältigen zu können. Es müssen also Konzepte her, die Nicht-Kunden zu Kunden machen könnten. Und in einer heutigen Zeit, in der Schnelllebigkeit, Fast Food und To-Go Tagesordnung sind, können wir keine 180-Grad-Wendung eines solchen Lebensstils hinlegen, um schnell Kunden zu akquirieren. Lieferdienste werden von immer mehr Leuten angenommen und ökologische Konzepte wie Foodora oder Hello Fresh machen es vor: Gesund essen (im Trend!) und sich nicht um den Einkauf kümmern müssen (Schnelllebigkeit!).
Ein unverpackter Lieferdienst also, dachten wir uns – aber wie soll das funktionieren!?

Die Nicht-Kunden werden über Social Media oder sonstige Kampagnen durch das Unverpackt-Konzept aufmerksam gemacht und bestellen ihre Einkäufe über die App. Diese gibt die Informationen an ein System im Unverpackt-Laden weiter und Mitarbeiter füllen die Lebensmittel in Stoff- bzw. Papiertüten ein und verstauen sie in einer Holzkiste. Per Fahrrad oder E-Auto werden die Einkäufe am Wunschtermin ausgeliefert.
Das Kistenkonzept beruht dabei auf einem Pfandsystem. Der Kunde erhält die Kiste mit seinen Einkäufen und gibt die leere Kiste von der letzten Bestellung dem Lieferanten mit bzw. stellt sie vor die Haustür.
Die Kiste selbst ist in verschiedene Kammern aufgeteilt, sodass die Produkte Halt finden und kühl bleiben. Milchprodukte beispielsweise werden in eine Kühlzone gelegt.
Damit jederzeit die Kontrolle über die Technik und korrekte Lagerung erfolgen kann, gibt es eine extra Backend-App für die Mitarbeiter.



Realisierung

Da das Konzept zu groß für eine volle Umsetzung ist, haben wir uns auf die Entwicklung der Kunden-App beschränkt: Eine Applikation, die es den Nutzern ermöglicht, sehr schnell und einfach verschiedenste Lebensmittel einzukaufen. News & Tipps gibt dir aktuelle Informationen rund um das Unverpackt-Konzept, im Profil kannst du einsehen, wie umweltfreundlich du unterwegs bist und der Checkout-Prozess ist so simpel wie möglich gehalten, um schnell Lieferungen abschicken zu können.
Bei der Gestaltung war es uns wichtig, auf Details und kontextgerechte Visualisierung zu achten. Der Leitfaden "Don't think big" zieht sich durch das System: keine Adaption eines Versandriesen, sondern Fokus auf die kleinen Dinge, die sich die Bedienung gut anfühlen lassen sollen, Features wie die Herkunft eines Lebensmittels oder die Auswahl zusammengestellter Kisten.