rementia

rementia

rementia soll Angehörige sowie Betreuer anleiten und unterstützen, um individueller und wirkungsvoller auf den Betroffenen eingehen zu können und so seine Fähigkeiten zu fördern und zu erhalten.

 

Alle drei Sekunden erkrankt weltweit ein Mensch an Demenz. Die Schätzungen für das Jahr 2017 belaufen sich auf rund 50 Millionen Betroffene. Die häufigste Ursache dafür ist die Alzheimer-Krankheit, deren Symptome und Verlauf sehr individuell sind.

 

rementia umfasst analoge und digitale Hilfsmittel, um Betroffene, Angehörige und Betreuer nach einer Diagnose zu informieren und zu unterstützen. Durch die individuelle Ausprägung ist eine zeitintensive Betreuung notwendig, weshalb zusätzlich soziale Betreuer eingesetzt werden. Sie beschäftigen die Betroffenen und führen so genannte Aktivierungen durch. Dies sind nicht-medikamentöse Therapiemethoden, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, bestenfalls hinauszuzögern. Einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Durchführung der Therapien und zur Verbesserung des Wohlbefindens der Betroffenen leistet der so genannte Biografiebogen. Dieser enthält biografische Angaben und zeigt prägende Ereignisse aus der Lebensgeschichte des Betroffenen auf. Basierend auf diesen Informationen sollten die Aktivierungen durchgeführt werden, da der Bezug zu persönlichen Erinnerungen die Betroffenen wirkungsvoller stabilisiert. Leider wird gerade die Biografie trotz ihrer Relevanz bisher zu wenig eingesetzt.

 

Der Fokus der Bachelorthesis liegt auf der Biografiearbeit sowie der darauf aufbauenden individuellen Aktivierung der Betroffenen. Der Einstieg zum Thema Biografie erfolgt über eine Website und ein Basis-Paket bestehend aus einem Informationsflyer sowie einer zusammengefalteten Box, das informiert und das weitere Vorgehen anleitet. Die Box soll vor allem den Angehörigen die Relevanz der persönlichen Wertstücke verdeutlichen und so bewusster zur (analogen) Sammlung der bedeutsamsten Erinnerungen anregen. Dies soll eben dann erfolgen, wenn ein Wechsel in eine neue Umgebung, wie zum Beispiel ein Pflegeheim, stattfindet. Durch die vertrauten Gegenstände fühlen Betroffene sich schneller wohl und den Betreuern wird der Zugang zu ihnen erleichtert. 

 

 

Neben der analogen Aufbewahrung sollen über eine Desktop-Anwendung die wichtigsten Informationen und prägendsten Erlebnisse des Betroffenen digital festgehalten werden. Dies dient später vor allem den Betreuern, die sich so bereits vorab Wissen über die Betroffenen aneignen und jederzeit auf die Daten der Person zugreifen können, um diese dann für Aktivierungen einzusetzen. Eine Automatisierung ermöglicht ein schnelles und unkompliziertes Sammeln und Ordnen der relevantesten Informationen, Bild-, Video- und Musikdateien. Genauso können die Erinnerungen aber auch selbst zusammengestellt werden.

 

 

Die Biografie gibt eine Übersicht zu notwendigen Informationen wie Symptome und veranschaulicht die  Lebensgeschichte des Betroffenen. Sie kann stets ergänzt oder bearbeitet werden. Die analogen Gegenstände oder auch Orte können zusätzlich abfotografiert und hinzugefügt werden.

 

 

Im Ratgeber können von Angehörigen und Betreuern individuell zugeschnittene Aktivierungen eingesehen werden. Diese generieren sich mit Hilfe der gespeicherten Daten des Betroffenen auf der Basis bestehender Spielprinzipien. Die Aktivitäten setzen sich aus kognitiven, motorischen und alltagspraktischen Komponenten zusammen. Als Erweiterung zur Desktop-Anwendung gibt es eine digitale Spielmatte, auf der in Kombination mit haptischen Objekten verschiedene Aktivierungen einzeln oder in der Gruppe durchgeführt werden können. Betreuer wie auch Angehörige können so abwechslungsreich und individuell auf den Betroffenen eingehen und seine Interessen ansprechen. 

 

Die Betreuer haben zusätzlich einen Analysebericht, in dem die zurückliegenden Übungen aufgeführt und ausgewertet werden. Dies erleichtert den Austausch zwischen den Betreuern und erlaubt eine detaillierte Einsicht über den Erfolg und die Durchführung der Aktivitäten.