Future Human Living

Future Human Living

Problemstellung

Die aktuelle und akute Wohnungsnot wird zu einem zunehmenden Problem und betrifft uns alle. Nicht nur in großen Städten wie New York oder Tokio stellt die Wohnraumknappheit ein weitereichendes Problem dar, wodurch die Suche nach alternativen Wohnkonzepten immer wichtiger erscheint. Die Rede ist hier von sogenannten Microapartments, wie es sie beispielsweise bereits im Nagakin Tower in Tokio gibt. Hier leben Menschen auf ca. 9 qm in vormöblierten Wohnungen.


Nutzer

Es geht nicht nur um die Frage wie alternative Wohnkonzepte zukünftig aussehen, sondern auch darum wer die potenziellen Nutzer solcher Wohnräume sein könnten. Hierfür haben wir uns zunächst damit befasst, wer in den sogenannten Microapartments wohnen und welche Motivation die Bewohner hierfür haben könnten. Außerdem stellten wir uns die Frage, welche möglichen Probleme beim Wohnen auf so engen Raum entstehen könnten.

Wir sind hierbei auf zwei signifikante Nutzergruppen gestoßen, die jedoch unterschiedliche Motivationen für das Leben in Microapartments hatten. Zum einen sind es Studenten, die aufgrund mangelnder finanzieller Mittel auf günstige Wohnräume angewiesen sind. Zum anderen sind es Freelancer, die durch ihre Beschäftigungsverhältnisse viel unterwegs sind und an jedem Ort die Möglichkeit zur Arbeit haben müssen. Beide Nutzergruppen haben unterschiedliche Anforderungen an den Wohnraum.


Kontext

Wegen der wechselnden Bewohner und dem Wunsch schnell bezugsfertig zu sein, sind Microapartments zumeist möbliert. Kurzfristig scheint das eine gute Möglichkeit zu sein, um keine zusätzlichen Kosten durch eine Umzug oder die Wohnungseinrichtung zu haben. Langfristig überwiegt jedoch der Wunsch nach Individualisierung und die Nutzer beginnen sich unwohl zu fühlen.

Zusätzlich wird die mangelnde Inidividualisierungsmöglichkeit durch das Raumkonzept verstärkt. Sind Wohnungen doch üblicherweise in mehrere Räume aufgeteilt, so ist dies in Microapartments nicht möglich. Das gesamte Leben spielt sich hier auf wenigen Quadratmetern ab.


Fragestellung

Durch eine klassische Wohnungsaufteilung in mehrere Räume ist es möglich den spezifischen Anforderungen der einzelnen Lebensbereiche nachzukommen. Doch diese Möglichkeit gibt es in Microapartments nicht. Wie könnte also eine individuelle und flexible Lösung hierzu aussehen, die zusätzlich nicht zu kostenintensiv ist?


Lösung

Da unsere Lösung ebenso ästhetisch wie funktional sein sollte, orientierten wir uns an Lagerlösungen aus dem industriellen Kontext. Hierbei sind wir auf sogenannte Pegboards, wie sie beispielsweise in Werkstätten genutzt werden, gestoßen. Diese werden ursprünglich dazu verwendet, um Werkzeuge zu lagern.

Durch einen Abgleich unserer Top Findings konnten wir feststellen, dass eine Modulare Steckwand, im Sinne eines Pegboards, sowohl dem Wunsch nach Individualisierung als auch dem nach Flexibilität entspricht. Hierfür übertrugen wir das ursprüngliche Pegboard auf den Bereich der Microapartments und passten es an die Bedürfnisse unserer Nutzergruppen an.

Entstanden ist eine 1 x 1m große Steckwand, welche beliebig kombiniert und erweitert werden kann. Die Materialien wählten wir unter Berücksichtigung der Kosten und der Nachhaltigkeit aus und entschieden uns so für Holz und Industriefilz. Um eine möglichst individuelle Gestaltung des Wohnraums sowie eine flexible Unterteilung in die verschiedenen Lebensbereiche zu ermöglichen, entwarfen wir zusätzlich eine Kombination aus Regalen und Taschen für das Pegbaord.


Ausblick

Da wir mit dem Pegboard nicht nur unsere Nutzer, sondern auch weitere Personen begeistern konnten, haben wir uns dazu entschieden das gesamte Projekt hier zu veröffentlichen und die Baupläne kostenlos zum Download anzubieten.

Download
Bauplan (PDF)