ALIOT

ALIOT

ALIOT ist ein System, das eine mobile Applikation für das Smartphone sowie eine Box mit einem RFID-Reader und -Tags umfasst. Es nutzt autistischen Menschen im Alltag wenn sie für wiederkehrende Aktivitäten eine Tasche packen wollen. Das System wird hauptsächlich zu Hause genutzt, unterstützt den Autist aber auch während der jeweiligen Aktivität.


Durch die meist schwache Zentrale Kohärenz fällt es autistischen Menschen schwer, Objekte einer bestimmten Kategorie logisch zuzuordnen. Deshalb wird die Vorbereitung auf den nächsten Schultag oder das Fitnessstudio zur echten Herausforderung, wenn die richtigen Gegenstände, die dafür benötigt werden, vollständig zusammengepackt werden sollen. Die ständige Ablenkung durch die ausgeprägteren Sinneswahrnehmungen tragen zusätzlich dazu bei, dass die Konzentration häufig und schnell verloren geht.

Das Projekt ist für alle Autisten konzipiert, die weitestgehend selbstständig sind. Im Fokus liegen hier besonders Schüler und Studenten, wobei das System von jedem genutzt werden kann, der regelmäßig eine Tasche packen muss und mit einer Anwendung für Smartphone, Tablet oder Desktop umgehen kann.

Das Besondere an ALIOT ist, dass es ein Training beinhaltet, mit dem autistische Menschen den Kontext zwischen der jeweiligen Aktivität und den dazugehörigen Gegenständen strukturiert erlernen können. Die Kontrolle, dass alles Wichtige in die Tasche gepackt wird, läuft über die RFID-Technologie. Der Nutzer kann RFID-Tags an beliebige Gegenstände anbringen und mit dem Scanner in das System aufnehmen. Dieser kontrolliert dann direkt in der Tasche, ob alle Gegenstände eingepackt sind. Das System gibt damit eine gewisse Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein sowie Sicherheit und entlastet zusätzlich die Eltern und Schulbegleiter.

Die mobile Anwendung

Einrichten
Über den Bereich ‚Einrichten‘ werden Gegenstände ins System aufgenommen. Dafür werden an den Objekten RFID-Tags angebracht und mit dem Scanner aktiviert. Über die Anwendung werden anschließend der Name und ein Foto des Gegenstandes eingetragen und gespeichert. Für die jeweiligen Aktivitäten werden Kategorien erstellt, denen die Objekte zugeordnet werden. Kategorien und Objekte können jederzeit bearbeitet und erweitert werden. Zusätzlich gibt es im Bereich ‚Einrichten‘ einige Einstellungen. Entsprechend den Vorlieben autistischer Menschen, können Änderungen an der Farbgebung, aber auch an der Art des Trainings vorgenommen werden. Des Weiteren kann das System mit dem Kalender des Nutzers verknüpft werden, damit ALIOT weiß, wann der Nutzer welche Gegenstände packen muss.



Packen
Im Hauptbereich der Anwendung geht es natürlich um das Packen selbst. Über einen Chatbot kann der Nutzer mit dem System kommunizieren und jederzeit Fragen stellen, wenn ihm etwas unklar ist. Von diesem bekommt er für jede Kategorie, die an dem Tag gepackt werden muss, eine Liste mit allen benötigten Gegenständen. Im Trainingsmodus kann der Nutzer jedoch nicht die vollständigen Namen der Gegenstände sehen, sondern muss, je nach Schwierigkeitsgrad, eine bestimmte Anzahl an fehlenden Buchstaben in der Liste ergänzen. So macht sich der Nutzer selbst Gedanken über den Kontext und die dazugehörigen Objekte und lernt so, diese selbst zuzuordnen. Für diese Aufgabe stehen dem Nutzer außerdem Hinweise zur Verfügung, die nach jeweils drei Fehlversuchen von ALIOT gegeben werden. Letztendlich wird die Tasche, in der sich der Scanner befindet, auf den benötigten Inhalt überprüft und gibt dem Nutzer klares Feedback.



Spielen
Auch Autisten sind motivierter, wenn sie für eine erledigte Aufgabe belohnt werden. Im Bereich ‚Spielen‘ können sie diese einholen. Für jeden abgeschlossenen Packvorgang erhält der Nutzer drei Leben für seine freigeschalteten Mini Spiele. Für besonders gute Leistung, zum Beispiel wenn der Nutzer wenig Hinweise benötigt hat, werden zusätzlich Sterne gutgeschrieben, mit denen neue Spiele freischaltet werden können.