Atlas - Digitales Führungsmittel

Atlas unterstützt die Koordinierung von Hilfskräften im Katastrophenschutz. Die Anwendung kommt in der Führungsstelle zum Einsatz, wo sie ein effizientes und flexibles Arbeiten ermöglicht.

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Erdbeben, Überschwemmung oder Orkan - im Katastrophenfall zählt jede Minute. Auf den Mitarbeitern in Führungsstellen des Katastrophenschutzes lastet dabei eine hohe Verantwortung. Meist unter Zeitdruck müssen sie die Lage stets komplett im Blick haben und die richtigen Entscheidungen treffen. Die Anwendung Atlas kommt in Führungsstellen von Hilfswerken zum Einsatz. Sie unterstützt die Mitarbeiter bei der Koordinierung von Hilfskräften und ermöglicht ein effizientes und flexibles Arbeiten. 

Der Erfolg eines Hilfseinsatzes hängt wesentlich von der simplen, schnellen und fehlertoleranten Kommunikation zwischen der Führungsstelle und den Einheiten ab. Die Anwendung Atlas verbessert die Kommunikationswege und unterstützt so das Führungsteam beim Entwickeln seiner Einsatzstrategie. Sie ermöglicht eine reibungslose Koordination einer großen Zahl von freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern.

Das Besondere dabei: mit Atlas ist die Führungsstelle vollständig digitalisiert. Denn Atlas nutzt den mittlerweile flächendeckend zur Verfügung stehenden Digitalfunk, der eine ähnlich hohe Leistungsfähigkeit wie der zivile Mobilfunk bietet. Informationen zum Einsatz fließen dabei unmittelbar in das System ein. So geht bei der Informationsaufbereitung wenig Zeit verloren und die Verantwortlichen haben direkt von den Einsatzstellen vor Ort Zugriff auf die aktuellen Daten. Die Anwendung Atlas unterstützt außerdem das Verwalten der Hilfskräfte sowie der Einsatzplanung. Darüber hinaus werden für alle Arbeiten digitale editierbare Landkarten eingesetzt - so können Schadensstellen und Gefahrenzonen direkt auf der Karte verortet werden. 

„Für unser Konzept haben wir Prozesse, die in Führungsstellen ablaufen, analysiert und uns an den für den Katastrophenschutz gültigen Dienstvorschriften orientiert“, so das Atlas-Entwicklerteam. Ein weiterer Vorteil von Atlas, der in ihren Augen eine enorme Entlastung für die Helfer bietet: „Atlas kann sehr zeitaufwändige Aufgaben übernehmen, etwa die Erfassung aller am Einsatz beteiligen Hilfskräfte sowie die lückenlose Dokumentation für die Einsatznachbereitung.“

Das Projekt Atlas besteht aus einer Desktopanwendung und einem mobilen Arbeitsplatz. Dieser ermöglicht es, die Ausrüstung sicher zu transportieren und innerhalb kurzer Zeit den Einsatzort zu wechseln. Außerdem unterstützt er durch seine Sitzanordnung die Kollaboration innerhalb des Führungsteams. Atlas könnte in Einrichtungen wie beispielweise dem THW (Technisches Hilfswerk), bei Feuerwehren oder dem DRK (Deutschen Roten Kreuz) zum Einsatz kommen.

 

Sachgebiet Personal (S1)

 

Screen Personal

Der Hauptbestandteil der Oberfläche des Sachgebietsleiters Personal besteht aus einer tabellarischen Darstellung der ihm zu Verfügung stehenden Hilfskräfte. Diese Tabelle bietet die Möglichkeit, alle Einheiten nach ihren Parametern zu ordnen - zum Beispiel nach Typ, Stärke, verbleibende Arbeitszeit oder Status. Weiter kann der Sachgebietsleiter diese Tabelle durch Zuhilfenahme von Smart Tags effizient filtern, um die benötigte Einheit auszuwählen. 

Auch ermöglicht eine Anordnung nach noch zur Verfügung stehender Arbeitszeit die Möglichkeit, stets über nötige Ablösungen informiert zu sein. Neben tabellarischen Listen kann der Leiter auch Detailinformationen über die Einheiten und Formationen einsehen. Hier kann er zum Beispiel Personen oder spezielles Material ausfindig machen. Des weiteren bekommt er auch Informationen über den Standort und die Auslastung der Einheiten und Formationen gestellt.

Der Sachgebietsleiter nutzt das Kommunikationstool um Kontakt mit den ihm direkt unterstellten Einheiten und Stellen, beispielsweise Meldeköpfen, Lotsenstellen und dem Bereitstellungsraum, zu halten. Auf der Führungsstellen-Internen Ebene hat er außerdem die Möglichkeit, eine schnelle Rückfrage bei der Anforderung von Kräften zu tätigen.

In unserem Usecase obliegt ihm die Suche und Disposition der Einheiten, die durch die anderen Sachgebietsleiter (S2 Lage und S3 Taktik) für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt werden. Dies ist ein wichtiger Teilbereich seiner alltäglichen Arbeit.

 

Sachgabiet Lage (S2)

 

Screen Lage

Den Hauptbestandteil der Arbeitsoberfläche des Sachgebietsleiters Lage stellt die digitale Lagekarte dar. Hier nimmt er die Aufgabe des Kundschafters wahr. Im Einsatz obliegt ihm die Aufgabe, Schadenstellen ausfindig zu machen, Informationen zusammen zu tragen und diese für den Einsatztaktiker aufzubereiten. Die Karte bietet ihm die Möglichkeit, einzelne Objekte, wie zum Beispiel Gebäude oder Brücken, effizient für Erkundungen zu markieren. Auch hier bietet das System dem Sachgebietsleiter die Möglichkeit, Detailinformationen einzusehen, wie zum Beispiel Bauart, Anzahl der Geschosse oder der Verwendungszweck.

Weiter steht er über das Kommunikationstool in direktem Kontakt mit den Sachgebietsleitern sowie den für ihn erkundenden Einheiten. Informationen gelangen von der Schadenstelle in Sekundenbruchteilen direkt auf die Lagekarte. Der Sachgebietsleiter 3 (Taktik) ist auf die aktuelle Information über die Lage angewiesen. Aus diesem Grund kann gerade in diesem Bereich die digitale Vernetzung enorme Vorteile und vor allem einen Zeitgewinn mit sich bringen.

 

Sachgebiet Taktik (S3)

 
Screen Taktik

Der Einsatztaktiker greift, neben dem Kommunikationstool, das es ihm ermöglicht Aufträge an Einheiten und Formationen zu senden, auch auf die Lagekarte zu. Hier allerdings liegt der Fokus auf bereits bekannten Schadenstellen, die ihm durch den Sachgebietsleiter 2 (Lage) ständig aktuell gehalten werden. Da er über die taktische Vorgehensweise zu entscheiden hat, wie den Folgen der Katastrophe entgegnet werden soll, liegt eine große Verantwortung auf seinen Schultern. 

Da das System stets aktuell gehalten wird, in einer Geschwindigkeit, die ein analoges System nicht zu leisten im Stande ist, ergibt sich für ihn ein großer Vorteil. In Folge dessen wurde bei seiner Arbeitsoberfläche darauf Wert gelegt, dass er die Karte nicht mühsam selbst ausrichten muss, sondern alle für ihn nötigen Informationen sich sofort in seinem Blickfeld befinden.

Seine Nutzung des Kommunikationstools besteht primär darin, die Erstellung von Einsatzaufträgen für die Hilfskräfte einzuleiten. Hier gibt er, wie in seinem Aufgabenbereich beschrieben, die Einsatztaktik vor. Da die restlichen Bestandteile eines kompletten Einsatzauftrages, wie zum Beispiel die Information über die Lage vor Ort, durch die anderen Sachgebietsleiter über das System beigesteuert werden, entfällt im Führungsstellen-Alltag die zeitaufwändige Maßnahme der gemeinsamen Koordination. Des weiteren führt dies dazu, dass Einheiten bereits vor Eintreffen an der Einsatzstelle über die Umstände, die sie erwarten, optimal informiert werden.

Sollten dem Einsatztaktiker dennoch Informationen über bestimmte Punkte fehlen, kann er über das Kommunikationstool Anweisungen an die Lageerfassung senden. Hier wird er über den Status, der durch ihn angetriebenen Erkundung, stetig auf dem Laufenden gehalten.

 

Aufbau des Prototypen