Jynweythek

Musikvisualisierung

Jynweythek ist eine interaktive Anwendung, welche MIDI-Daten in Echtzeit in grafischen Output umwandelt. Darüber hinaus kann die Struktur interaktiv bedient werden.

 

Die Anwendung greift auf den Würfel zur visuellen Repräsentation der Musik zurück. Dieser geometrische Grundkörper erlaubt ausreichend viele Parametertransformationen wie Höhe, Breite, Tiefe, Lage im Raum, Farbe, Bewegung,(...) ist aber dennoch ausreichend abstrakt und verhindert so eine allzu reale, bildhafte Darstellung. So wird das MIDI-Instrument (z.B. e-Piano, Yamaha Tenori-on…) in der Visualisierung durch starke Reduktion abstrahiert. 

Die mathematische objektive Beschreibung der Musik im MIDI-Format wird auf eine ebenso neutrale Struktur projiziert. Der Würfel bietet die Option, ihn im strengen Raster, vergleichbar mit der Klaviatur eines Pianos, anzuordnen. Kleinste Abweichungen werden vom Betrachter unmittelbar wahrgenommen. 

Die Darsteller sind in einem Raster ähnlich eines Schachbrettes angeordnet. Die Darsteller sind entsprechend der Tonhöhen linear auf der Struktur verteilt. Das Raster wird der Klangfarbe des Tones entsprechend bewusst gebrochen oder zerstört. Tiefe und höhe Töne können so zugleich betrachtet werden. Beim Spiel eines Pianos zeigt sich so Melodie und Rhythmus im Wechselspiel (Violin - und Basshand). Dies verbessert die Lesbarkeit der Visualisierung. 

Die Darstellung im dreidimensionalen Raum erlaubt es den Elementen, sich zu verschatten, sich gegenseitig teilweise oder ganz zu überdecken, sich zu verdrängen oder gar ineinander einzudringen. Die Wahl der richtigen Perspektive ermöglicht aber auch die spezielle Betonung eines Elementes, falls dieses besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Die Perspektive der Struktur lässt sich mittels eines Eingabegerätes (Griffin PowerMate oder Maus) interaktiv beeinflussen.

Die Umsetzung der Visualisierung fand in der visuellen Programmierumgebung VVVV statt und wird vom Grafikbeschleuniger berechnet. Dieses bietet die Möglichkeit, die MIDI-Daten zu verarbeiten und erlaubt ein genaues Mapping. Die Struktur entsteht nicht subjektiv oder gar willkürlich, sondern ist ein genaues Abbild der gespielten Töne und wird live errechnet. Je nach zuvor festgelegter Lage, Zittern und Verzerrung für jeden einzelnen Ton bleibt eine andere, generativ erstellte Struktur zurück. So hinterlässt jedes Stück seine eigene virtuelle Landschaft.