Interaktive Karten

Das Ziel des Projektes war die Gestaltung einer Applikation für den Geschichts- und Geografieunterricht, sowie des dazugehörigen Hardware-Interface.

Das Ziel des Projektes war die Gestaltung einer Applikation für den Geschichts- und Geografieunterricht, sowie das dazugehörige Hardware-Interface.

 

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Die Recherche ergab, dass in den Schulen größtenteils statische Medien wie Geschichtsbücher, Atlanten und großformatige Karten verwendet werden. Film- oder Audioinhalte werden nur selten eingesetzt und sind darüber hinaus auf die reine Wiedergabe reduziert. In Verbindung mit dem Frontalunterricht wird der Schüler zum passiven Wissenskonsumenten. Das Konzept des Projektes orientierte sich an der konfuzianischen Weisheit »Ich höre und vergesse, ich sehe und erinnere, ich tue und verstehe«, sowie den lernbiologischen Erkenntnissen Frederik Festers.

Die Lehrkraft sollte selbst in der Lage sein interaktive Unterrichtseinheiten unter der Verwendung verschiedenster medialer Inhalte zu erstellen und zu verwalten. Diese Einheiten können für verschiedene Ausgabemedien angelegt werden. Es wurde eine Software für interaktive Whiteboards, eine PC Software sowie ein interaktiver Globus entworfen.

 

Interaktives Whiteboards sind so etwas wie moderne Schultafeln. Die Bildausgabe eines Computers wird entweder auf eine Leinwand projiziert oder auf einem großen Bildschirm dargestellt, die Steuerung erfolgt mit einem Stift. Auf einem Whiteboard kann wie auf einer normalen Tafel geschrieben werden. Anfang 2008 gab es bereits 26.000 Whiteboards an deutschen Schulen.

 

Die PC-Anwendung hilft dem Lehrer bei der Unterrichtsvorbereitung. Mit ihr kann er statische und dynamische Fragebögen oder Arbeitsblätter erstellen. Außerdem können Inhalte zeitlich und geographisch verortet und in einer Kartenansicht sowie auf einer Zeitleiste dargestellt werden. Das Whiteboard als Ausgabemedium im Unterricht ermöglicht es, die erstellten Einheiten auf intuitive Weise interaktiv zu nutzen. So ist es dem Lehrer oder Schüler im Geschichtsunterricht beispielsweise möglich Text-, Film- oder Audiodateien über historisch relevante Personen aufzurufen. Inhalte können nach Gruppen wie Personen, Orte, Ereignisse, usw. sortiert werden und über Ebenen in einer Baumstruktur ein- und ausgeblendet werden.

 

Die Zeitleiste ermöglicht es Vorgänge wie Grenz- und Frontverschiebungen, Völkerwanderungen oder die Ausdehnung von Gewässern dynamisch auf der Karte darzustellen. Die Software bietet die zwei- und dreidimensionale Darstellung von Karten in politischer und geographischer Ansicht oder als Satellitenbild.

Zu Gunsten einer besseren Lesbarkeit sind außerdem alle Inhalte stufenlos skalierbar.

 

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In einem Szenario wurde davon ausgegangen, dass Unterrichtseinheiten als editierbare Presets von Schulbuchverlagen angeboten werden können. Darüber hinaus könnten selbsterstellte Presets oder einzelne Dateien in einer Internetcommunity ausgetauscht werden.

 

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Als alternatives Ein- und Ausgabemedium wurde ein interaktiver Globus entwickelt. Der Nachteil von konventionellen Globen ist, dass sie immer nur einen Maßstab darstellen können. Ändert sich der Maßstab, ändert sich auch Krümmung der Oberfläche. Der neu entwickelte interaktive Globus ist aufblasbar und ermöglicht dadurch fließende Veränderungen der Krümmung, passend zum jeweiligen Maßstab. Die Form kann von einer planen Fläche bis hin zu einer Halbkugel variiert werden, somit können auf dem Globus auch Bild- und Textinhalte unverzerrt dargestellt werden. Inhalte werden von unten auf eine transluzente Oberfläche projiziert. Die Oberfläche besteht aus einer extrem dehnbaren Latexfolie. Die Bedienung erfolgt durch Handgesten die von Kameras getrackt werden.