Kurzprojekt Minimaltastatur

Sensibilisierung für Haptik und die Komponente Schnittstelle in der Interaktionsgestaltung. Auseinandersetzung mit Anthropometrie und Ergonomie. Kennenlernen unterschiedlicher Nutzunssituation und Einsatzgebiete und deren Einfluss auf die Entwurfssituation. Übung zum parametrischen Analysieren und Entwerfen.

1. Sammeln von Tastaturen

Im ersten Teil des Projekts wurden Tastaturen aller Art gesammeln und gemeinsam blind erkundet... Das Ziel war es, unseren Tastsinn auf haptische Merkmale zu sensibilisieren.

Untersuchen von Tastaturen ohne visuelle Wahrnehmung

Interessant war ebenso die Erweiterung dieses Exkurses, blind und nur mit einem Stock ausgerüstet, den Weg vom Seminarraum in die Mensa zu finden. Schnell merkt man, wie visuell geprägt wir doch sind und wie aufgeschmissen, wenn diese visuelle Information fehlt.

Völlig blind auf dem Weg zur Mensa

Als Ergebnis dieses Versuchs kann man festhalten, dass er uns sehr geholfen hat, von nun an auf haptische Merkmale an Bedienelementen zu achten und diese von nun an bewusster zu bewerten.

2. Untersuchung und Bewertung

Für den weiteren Verlauf des Projekts wurden wir in Gruppen zu je drei Leuten eingeteilt. Die Einteilung richtete sich nach der Handgröße der einzelnen Personen, sodass am Ende jede Gruppe unter ähnlichen Vorraussetzungen eine optimierte Tastatur entwickeln sollte.

Als Grupppe sollte man nun Tastaturkreuze im Hinblick auf unterschiedlichen Parameter untersucht und bewertet werden (Grösse der Tasten, Abstand der Tasten, Form der Tasten, Textur/Materialität, Anordnung/Layout der Tasten, Druckpunkt und Eindruckkraft, Beschriftung/Bezeichnung, Feedback, u.v.m.)

3. Variation und Rekombination einzelner Parameter: Entwicklung einer eigenen Minimal-Tastatur

Im dritten Schritt ging es nun darum mit Hilfe der untersuchten Parameter eine eigene Tastatur zu entwerfen, die für die jeweilige Gruppe die optimalen Parameter besitzt. Trotz des kurzen Zeitraums in dem dieses Projekt stattfand, kamen interessante Beobachtungen und Entwürfe dabei hervor. Bei manchen Gruppen griff die Untersuchung sogar noch tiefer, sodass nicht nur versucht wurde eine möglichst kleine herkömmliche Tastatur zu entwickeln, sondern auch die Art der Bedienung auf eine völlig neue Weise zu erfahren.

4 . Realisierung eines Prototypen zur Bewertung in der Bediensituation.

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In der letzten Phase wurden dann einfache Prototypen hergestellt, die möglichst nahe an die Parameter der zuvor entworfenen Minimal-Tastaturen herankommen sollten. Die Prototypen wurden aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Ebenso versuchten einige Gruppen durch einen Prototypen ihre Bediensituation zu simulieren. So wurde beispielsweise ein einfacher Handschuh mit Tastern ausgestattet und an ein Arduinoboard gekoppelt, sodass man mit den Fingern als eigentliche Tasten auf jedem Untergrund arbeiten kann.

Ein Handschuh mit eingebauten Tasten als Bedienoberfläche

Auch die Idee, eine Tastatur mit Magneten auszurüsten und durch die Anziehung bzw. Abstoßung der einzelnen Magnete eine Taste zu simulieren kam im Rahmen dieser Parametrisierung zustande.

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Wichtig bei diesem Projekt war es, uns die Möglichkeiten nahe zu bringen, die man durch genaue Parametriesierung von Eigenschaften erreichen kann. Die Parametriesierung soll uns in Zukunft als eine Möglichkeit der Problemlösung dienen um komplexe Aufgaben in kleine Segmente zu teilen. Denn durch einen Umfassenden Überblick erkennt man schneller und besser, an welcher Stelle man etwas verändern bzw. verbessern muss.