DataBall

DataBall ist im Rahmen eines Kurzprojekts entstanden und beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie man anhand des Kabels Datenströme sichtbar und bedienbar machen könnte.

Das Kabel


Was sind eigentlich 100 Mbit/s? Was ist eine schnelle Leitung? Werden Daten verschoben, gibt es meist Feedback in Form von blinkenden Lichtern, um den Erdball fliegende Dokumente, oder einen nie enden wollenden Ladebalken, doch was passiert eigentlich auf dem Weg? Warum kann das Kabel durch das die Daten wandern nicht mit dem Nutzer kommunizieren? Stattdessen liegt es geradezu leblos zwischen zwei Geräten, als wäre es nicht am Prozess beteiligt.

Wir haben uns dieser Problematik angenommen. Inspiriert von klassischem Zeichentrick, wählten wir hierfür die Metapher, des sich mit Wasser füllenden Gartenschlauchs, der sichtbar, Stossweise selbiges transportiert. Was im Zeichentrick das Wasser ist sind in unserem Fall die Daten, die von einem ins andere Gerät laufen und durch Verformung des „Schlauchs“ sichtbar werden.

Mögliche Interaktionen wären das Verschieben, Stoppen und Pausieren von Daten und Übertragungen, durch haptische Eingabe. Genauso könnte man die Übertragungsrate /Geschwindigkeit sowie den Dateityp durch die Formveränderung und Leuchtsignale auf dem Kabel codieren.

 

Datentransfer

 

Ideen

 

Abseits vom Datentransfer beschäftigten wir uns mit weiteren Anwendungsfällen, in denen es sinnvoll bzw. nahe liegend wäre solch ein Kabel zu besitzen:

Baustelle – liegt ein schweres Gerät auf einem Kabel, dass dadurch beschädigt und zur Gefahr werden könnten, würde die „Beule“ sobald sie gegen der Widerstand stößt die Stromzufuhr abbrechen

Krankenhaus – neben den vom EKG gemessen Herzschlägen, die auf dem Bildschirm sichtbar sind, könnten die Pausen vom Kabel „gefüllt“ werden, indem man regelrecht zeigt, wie der Puls ankommt.

Drucken – schickt man im Rechenzentrum sein Dokument zum Drucken, würde sich der Druckauftrag an die bereits losgeschickten Aufträge im Kabel anreihen. Es entsteht eine Perlenkette.

Kabelsalat – möchte man feststellen welches Kabel in welchem Gerät endet, kann man die „Beule“ losschicken und verfolgen.

Reihenschaltung – eine stationäre „Beule“ schrumpft mit jedem angeschlossen Gerät und zeigt wie viel Power noch zur Verfügung steht.

 

datenkabel03

 

 

Prototyp

 

Nachdem die Funktionsweise festgelegt wurde, haben wir uns ausführlich Gedanken darüber gemacht, wie das elektromechanische Innenleben aussehen könnte. Ideen reichten von einem Minirobotor, der eigenständig das Kabel entlangfährt und expandiert, bis hin zur Minisonde, die sich je nach Bedarf aufpumpt. Auch die Beschaffenheit des Kabels war ein Thema, da es zwar die Anmutung eines Datenkabels besitzen sollte, aber auch im Stande sein sollte sich nach Außen hin auszudehnen, wofür sich ein Gewebeschlauch bestens eignen würde.

Für den Prototyp haben wir uns eine Konstruktion überlegt, die sich an der Ausstellung orientiert und  exemplarisch das Verhalten unseres Kabels simuliert. Bestehend aus zwei Motoren und einer Schnur-Spulen Konstruktion können „Daten“ durch ein Streichen übertragen und verfolgt werden. Die Position der Beulenkonstruktion wird anhand von zwei Encodern verfolgt und veranlasst die Motoren zum Stehen zu kommen.

 

databall04

 

 

Fotos

prototyp01 prototyp01 prototyp03

 

 

Renderings

rendering01 rendering02 rendering03 rendering04