The Internet of Places

Das Projekt stellt verschiedene ortsbezogene Internet-Anwendungen vor, die bald auf Mobiltelefonen oder Taschencomputern laufen könnten und stellt die Frage, wie sich durch sie unser Alltag verändern wird.

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Das Projekt “The Internet of Places” stellt verschiedene ortsbezogene Internet-Anwendungen vor, die bald auf Mobiltelefonen oder Taschencomputern laufen könnten und stellt die Frage, wie sich durch sie unser Alltag verändern wird. 

Im letzten Jahrhundert wurden Texte, Bilder und Töne unabhängig von Raum und Zeit. Die Digitalisierung löste sie von spezifischen Speichermedien wie Büchern, chemischem Film oder Schallplatten und führte sie alle, in binäre Daten umgewandelt, einem zentralen Medium zu: dem Computer. Ein Netzwerk aus Verknüpfungen zwischen diesen Dateien, das Internet, stellt sie heute (zumindest theoretisch) weltweit und jederzeit zur Verfügung, solange nur ein Gerät zu ihrer Wiedergabe vorhanden ist. Der naheliegende Schluß ist es nun, Daten nicht mehr nur mit anderen Daten zu verknüpfen, wie das im Internet geschieht, sondern mit Orten, Menschen und Dingen. Ein tragbares, internetfähiges Gerät, wie zum Beispiel ein Mobiltelefon ermöglicht es dann, Informationen anzuzeigen, die genau auf den Ort und den Benutzer zugeschnitten sind. So könnte ein Besucher der Akropolis durch den Bildschirm seines Mobiltelefons eine Rekonstruktion ihres ursprünglichen Zustands betrachten. Danach könnte er sich den Weg zum Hotel anzeigen lassen oder eine Übersicht der Restaurants in der Nähe abrufen. Je genauer die Methoden zur Positionsbestimmung werden, desto übergangsloser können digitale Informationen in die Wirklichkeit eingeblendet werden. So stellen ortsbezogene Internet-Anwendungen einen ersten Schritt in Richtung augmented reality dar, in Richtung einer digital erweiterten Wirklichkeit. Das Projekt "The Internet of Places" stellt dar, wie eine solche, um digitale Informationen erweiterte Wirklichkeit aussehen könnte und welche neuen Interaktionsformen in ihr möglich wären. Wichtigstes Medium des Projektes ist eine Ausstellung, auf der mit digital bearbeiteten Fotographien und informierenden Plakaten an das Thema herangeführt wird. Ergänzend werden auf der Internetseite www.internetofplaces.org die Ergebnisse des Projektes zur Diskussion gestellt.  

Das Projekt soll auf die Schwierigkeiten hinweisen, die mit der "augmented reality" auf die Gestaltung zukommen. Erstmals werden abstrakte, digitale Symbole direkt in die Wirklichkeit eingeblendet werden können. Es stellt sich die Frage in wie weit eine solche Verschmelzung zweier Welten, der medial-produzierten Abstraktion, die in der Gestaltung vorherrscht und der konkreten physikalischen, hochkomplexen materiellen Welt, zur gegenseitigen Verschmelzung dieser Konzepte führen wird. Darüber hinaus ist uns der gesellschaftliche und individualpsychologische Aspekt dieser bevorstehenden Veränderungen wichtig. "Realität" könnte zu einem relativen Begriff werden, da wir uns nicht mehr bewußt sind, welche Realität gerade hinter der Datenbrille des anderen abläuft. Desweiteren öffen ortsbezogene Internetanwendungen ein weites Feld für den Missbrauch von Daten und die Überwachung von Menschen.

 

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