Medizinisches Interface

Diplomarbeit von Evelyn Hummel. Ausarbeitung eines Interfaces für modulare medizinische Geräte.

Das Krankenhaus bzw. der OP ist ein stressiger Arbeitsplatz, an dem hohe Konzentration benötigt wird. Ärzte haben im Berufsalltag mit einer großen Anzahl hochentwickelter, spezialisierter Geräte für verschiedenste Anwendungen zu tun. Immer mehr davon werden durch digitale Bedienoberflächen (Interfaces) gesteuert. Alle im System vernetzten endoskopischen Geräte werden über ein zentrales, einheitlich gestaltetes Anwendermenü auf einer berührungsempfindlichen Oberfläche (Touchscreen) abgebildet und koordiniert. Eine Vereinfachung der Abläufe, die Kombination und die Reduktion auf ein Gerät, erleichtern die Arbeit des Arztes um ein Vielfaches. Die Benutzeroberfläche findet im OP-Saal oder bei ambulanten Stationen Anwendung und wird hauptsächlich von OP-Schwestern oder -Pflegern bedient. Die Bedienung der immer komplexer werdenden medizinischen Geräte ist einfach und selbsterklärend. Die Menüführung ist so aufbereitet, dass auf die wichtigsten Einstellungen schnellstens zugegriffen werden kann. Für ein Nachlesen in der Gebrauchsanweisung braucht man extra Zeit. Der Benutzer, in den meisten Fällen die OP-Schwester, folgt den Anweisungen des Arztes. Sie steht ca. eine Armlänge von der Bedienoberfläche entfernt und hat die Veränderungen der Werte im Blick. Das ständige Wechseln vom Assistieren zur Bildschirmüberwachung benötigt eine schnelle und klare Orientierung auf dem Screen.

Modularität und dadurch auch Flexibilität ist bei einem System wie diesem ein erheblicher Vorteil. Sie lässt verschiedene Kombinationen der Geräte zu und behält den gestalterischen Gesamteindruck. Der Vorteil des Screen ist eine Steuerung, die alle Funktionen bündelt und visualisiert. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Hinweise, Fehler oder Signale am Screen erscheinen und eine Lösungsfindung geboten wird und eine sofortige Reaktion möglich macht. Die verwendeten Dialogfenster sind in Kategorien unterteilt: Gefahr, Fehler, Information, Hinweis im Hilfsmodus. Der Operationssaal ist ein relativ dunkler Raum, bei dem sich der Fokus bzw. das Licht auf dem OP-Bereich befindet. Um ein sogenanntes Nachbild des Auges zu vermeiden, das sich beim längeren Betrachten einer Farbe ergibt, sind OP-Räume und Kleidung oft in Blau oder Grün gehalten. Da sich die medizinischen Systeme auf dem internationalen Markt behaupten müssen, ist das Interface auf eine Textsteuerung ausgelegt. So ist die Sprache leicht zu ändern. Das Ordnungssystem der Seiten ist in Zeilen und Spalten aufgeteilt. Mehrere Spalten machen es zu einer flexiblen Struktur. Zu beachten war, dass der Benutzer Handschuhe trägt und der Screen durch eine Folie abgedeckt ist. Ein Fingertippen muss zur Ausführung genügen. Darauf wurde bei der Entwicklung der Größen, Formsprache und dem Zusammenspiel der einzelnen Bedienelemente geachtet. Es werden nicht zu viele unterschiedliche Eingabeelemente benutzt und gleich angewendet. Grafische Anzeigen machen den Inhalt der medizinischen Geräte sichtbar. Die Kombination einer digitalen Angabe durch Ziffern ist zusätzlich hilfreich. Visualisierungen der Werte helfen dabei die Informationen und das Verständnis bei der Bedienung zu erhöhen. Sie geben eine schnelle Zuordnung und einen sofortigen Vergleich zu den Zahlen. Bei den filigranen Anzeigen und Skalen wird eine gewisse Genauigkeit der medizinischen Geräte und Werte visualisiert.

 

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