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Clavilux 2000

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Interaktives Instrument zur generativen Visualisierung von Musikstücken

Das Clavilux 2000 ist ein audiovisuelles Instrument zur reaktiven Musikvisualisierung, das in der Lage ist, jedes auf einem elektronischen Klavier gespielte Musikstück in Echtzeit zu visualisieren. 

 

Der Aufbau der Installation besteht aus drei Teilen: Einem elektronischen Klavier mit 88 Tasten und MIDI-Ausgang, einem Computer mit vvvv und einer vertikalen Projektion über der Klaviatur. 

Für jede Note, die auf dem Klavier gespielt wird, entsteht ein neues grafisches Element in Form eines vertikalen Streifens, der aus dem Klavier aufzusteigen scheint.  Position und Größe der Streifen sind davon abhängig, wie die jeweilige Taste auf der Klaviatur angeschlagen wurde. Die Länge und vertikale Position des Streifens zeigen die Anschlagstärke an, die Anschlaglänge wirkt sich auf die Streifenbreite aus. Die Farbkodierung gibt dem Betrachter und Zuhörer zudem einen Eindruck der harmonischen Zusammenhänge. Der Quintenzirkel aus der Musiktheorie wurde dafür über den Farbkreis gelegt und den zwölf Tönen jeweils eine Farbe zugewiesen. Durch diese Zuordnung erhalten Töne, die zu einer bestimmten Tonart gehören, immer Farben aus einem bestimmten Abschnitt des Farbkreises. So entsteht für jede Tonart ein eigenes Farbklima. „Tonartfremde“ Töne erhalten kontrastierende Farbtöne. Je harmoniereicher die gespielte Musik ist, desto farbiger wird entsprechend die visuelle Darstellung.  

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Musikvisualisierungen verschwinden die Visualisierungselemente des Clavilux 2000 nicht, sobald die Musik verklingt. Alle Streifen bleiben an ihrer Position und überlagern sich. Auf diese Weise entsteht eine Art Muster – eine Zusammenfassung der Musik – das immer unikat sein wird. Da die Darstellung nicht nur die Noten, sondern auch die individuelle Spielweise zeigt, variieren die Endergebnisse bei mehrmaligem Spielen eines Stückes. Anhand des „Streifenmusters“ lassen sich daher Aussagen sowohl über Komposition als auch Interpretation eines Stückes machen. Welche Töne wurden am häufigsten gespielt? Welche Töne wurden am lautesten gespielt? Welcher Bereich der Klaviatur wurde hauptsächlich gespielt? Wie harmonietreu war die Musik? 

Clavilux 3

Schließlich kann der Pianist neben der flächigen Standardansicht auch zu einer 3-D-Ansicht welchseln. Hier laufen die Streifen nach einiger Zeit nach oben aus dem Bild, jedoch kann jederzeit auf die zusammenfassende 2-D-Ansicht zurückgeschaltet werden.  Während des Spielens lassen sich darüber hinaus ein Hintergrundraster für alle Töne ein- und ausblenden und die visuelle Empfindlichkeit der Streifen auf die Anschlagsstärke einstellen.  

Clavilux 1
Clavilux 2
Rendering 1
 
Debussy's „Children's Corner“ (screenshot)
Rendering 2
 
Debussy's „Children's Corner“ in der 3d-Ansicht (screenshot)


Umgesetzt wurde die Visualisierung mit vvvv. 
Der Visualisierungspatch besteht aus mehreren Subpatches. Ein Patch ist für die Auslesung und „Weiterleitung“ der MIDI-Daten zuständig (siehe Visualisierung von MIDI-Daten mit vvvv), der zweite für jede der sieben Oktaven und schließlich einer für die tatsächliche Visualisierung jedes der 88 einzelnen Töne/Klaviertasten. 
patch
 
 
 
 
 
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