Hint – System zur Steuerung des Bahnbetriebs

„Hint“ ist ein System zur Überwachung und Steuerung des Bahnverkehrs, das den Fahrdienstleiter bei seiner Arbeit unterstützt. Es ermöglicht ihm, Störungen im Betriebsablauf effektiv zu bearbeiten und vorausschauend zu agieren.

 „Hint“ ist ein System zur Steuerung und Überwachung des Bahnverkehrs, das den Nutzer durch Hinweise unterstützt. Die Bedienung des Systems obliegt dem Fahrdienstleiter (FDL). Als Verantwortlicher für den reibungslosen Ablauf des Bahnverkehrs trägt er eine große Sicherheitsverantwortung. Da der Arbeitsalltag im Regelbetrieb ruhig verläuft, liegt der Fokus des Systems auf der Unterstützung der Aufgabenbewältigung in Extremsituationen und der Gewährleistung von Sicherheit. Die Entwicklung fand in ständiger Rücksprache mit Fahrdienstleitern statt. Dabei wurde das System nach deren Bedürfnissen, sowie den Anforderungen an die Aufgaben und Arbeitsumgebung optimiert.

Das System ist so konzipiert, dass die Anzahl der acht Monitore des aktuellen Systems auf einen einzigen Breitbildmonitor reduziert werden konnte. Es verkürzen sich physische und virtuelle Wege. Weniger relevante Elemente rücken aus dem direkten Blickfeld des Nutzers und sind dennoch Teil des homogenen Systems. Die Steuerung erfolgt per Computermaus und Tastatur, zwei präzise Eingabemöglichkeiten, welche sich im Kontext und in der Praxis als am sichersten erwiesen.  

Durch den einfachen Aufbau entstehen weniger Anschaffungs-, Installations- und Wartungskosten. So lassen sich im Vergleich zum aktuellen System Kosten sparen. Die technische Grundlage des Systems bildet der geplante Ausbau der Leit- und Sicherungstechnik in Europa, genannt ETCS – European Train Control System. Mit der Implementierung neuer technischer Standards werden genauere Daten einer Zugfahrt und Streckeninformationen erfasst. „Hint“ liest diese Daten aus und bereitet sie für den Nutzer auf. Die Systemkomponenten orientieren sich dabei am aktuellen System, wurden jedoch durch eine Neugestaltung der Informationsarchitektur und einer hierarchischen Neustrukturierung der Elemente, basierend auf Nutzerrecherche, optimiert. Der Systemaufbau ist auf das Agieren und Reagieren in Störsituationen ausgerichtet. Durch die neue Priorisierung der Inhalte und Funktionen resultieren fünf Systembereiche, welche eine reibungslose Aufgabenbewältigung unterstützen. 

 

Überwachen

Die Bereichsübersicht, zeigt eine abstrahierte Darstellung des zugeteilten Gleisabschnitts und des Bahnverkehrs auf dieser Strecke an. Durch sie behält der FDL den Überblick über das Geschehen. Zusätzliche Informationen über künftig einfahrende Züge, liefern ihm die Bereiche der Disposition, links und rechts neben der Bereichsübersicht. Tritt eine Unregelmäßigkeit auf, wird diese dem Nutzer über einen Hinweis signalisiert. Für eine schnelle Einschätzung beinhaltet dieser die Art
der Unregelmäßigkeit, sowie die Kennzeichnung des Stör-Objekts in der Bereichsübersicht.

Bei Unregelmäßigkeiten die den Zugverkehr beeinträchtigen, kann der FDL die Zuglenkung und damit den Fahrweg des Zuges durch Klick auf die Zugnummer in der Bereichsübersicht ändern. Die Auswirkungen der Aktion auf den Zugverkehr werden direkt an den betroffenen Zügen in der Bereichsübersicht ersichtlich. 

 

Steuern

Lupen stellen eine detaillierte Visualisierung des Gleisbildes dar und bilden das zentrale Steuerelement des Systems. Hier lassen sich alle technischen Einrichtungen (Gleise, Weichen, Züge, etc.) anwählen und Maßnahmen ergreifen. Bis zu drei Lupen können über einen Hinweis oder die Bereichsübersicht zentral unterhalb der Hinweismodule geöffnet werden. 

 

Kommunizieren

Die gesamte Telekommunikation wurde in das System integriert. Der Bereich „Umfeld“ bietet ein Schnellzugriff auf umliegende Kontakte, welche vom System als relevant eingestuft wurden. Mit Hilfe des Moduls können umliegende Beteiligte schnell kontaktiert, im Telefonbuch bestimmte Kontakte gefunden und mit Hilfe des Ziffernfeldes gezielt Nummern gewählt werden. Ein Telefonprotokoll ermöglicht einen schnellen Zugriff auf kürzlich getätigte Anrufe. Zusätzlich können (System-) Informationen digital geteilt werden, wodurch sichergestellt wird, dass diese korrekt weitergegeben werden. Der flexible Umgang mit Daten ermöglicht eine effektive Informationsübertragung. 

  

Dokumentieren

Die bis jetzt handschriftliche Dokumentation der Maßnahmen des FDL erfolgt nun digital. Dafür relevante Daten und Informationen werden durch die Digitalisierung einfacher zugänglich: Metadaten wie Verfasser, Erscheinungszeit der Störungen etc. werden automatisch vom System in die Dokumentation eingepflegt und diese kann schneller aus- gefüllt werden. 

 

Planen

Wichtige Elemente zum Überblicken des Verkehrs sind das Zeit-Weg-Linien-Diagramm, sowie der aktuelle Fahrplan. Diese Elemente dienen zur Information und Disposition. Der Bereich lässt sich als Overlay aufschalten.

 

 

Fazit

 

Durch das System „Hint“ kann der Fahrdienstleiter Situationen schnell einschätzen, präventiv Maßnahmen ergreifen und in Extremsituationen sicher agieren.